
Geschichte trifft auf Gegenwart
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Die Geschichte der Comturei zu Bremen
Das historische Kellergewölbe
Die aus Ziegelsteinen gemauerten Gewölbe dieser Gaststätte gehören zu den ältesten erhaltenen gebliebenen Gebäudeteilen Bremens. Genau datieren lässt sich die Zeit der Entstehung zwar nicht, doch spricht vieles dafür, dass zumindest die Umfassungsmauern etwa 750 Jahre alt sind. Das bedeutet: Als die Steine an dieser Stelle aufeinander gefügt wurden, gab es von den heute noch vorhandenen historischen Bauten aus dem mittelalterlichen Bremen nur die ersten Bauteile des Domes, der Liebfrauenkirche und der Stephanikirche. Alle anderen zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichteten Gebäude sind vergangen, so das erste Rathaus, das Ecke Obern- und Sögestraße stand, das Haus des Erzbischoffs, das den Platz des heutigen neuen Rathauses einnahm, und die Willehad Kapelle, die dort aufragte, wo jetzt das Haus der Bürgerschaft steht. Ausser den kirchlichen Bauten befanden sich damals keine steinernen Bauten in der Stadt.
Das hier erhaltene Bauwerk ist der Rest der einstigen Heiliggeist Kirche. Sie wurde kurz nach 1200 von der Bremer Bruderschaft zum heiligen Geist zusammen mit einem Krankenhaus erbaut. Zu den Gründern der Bruderschaft gehörten auch Kaufleute, die 1190 am dritten Kreuzzug ins heilige Land teilgenommen und dort aus einem Segel ihres Schiffes ein Hospital- Zelt in Akkon errichtet hatten. Dieses Beispiel christlicher Nächstenliebe führte zur Gründung des deutschen Ritterordens im Jahre 1108, der sich die zweifache Aufgabe stellte, für den christlichen Glauben zu kämpfen und die Kranken zu pflegen. Dieser Orden breitete sich rasch im deutschen Kaiserreich aus und trat 1230 auch in Bremen auf. Bereits 1236 erhielten die Ordensritter das Recht, Hospital und Kirche der Bremer Bruderschaft am Ostertor zu nutzen, und 1244 wurden die Gebäude dem Orden von Rat und Bürgerschaft geschenkt.
Die vom Erzbistum Bremen eingeleitete Christianisierung des Nordens wurde vom Deutschen Ritterorden übernommen und rings um die Ostsee fortgeführt. Dabei wurden ganze Landstriche von Deutschen besiedelt, neue Städte gegründet und vorhandene weiter ausgebaut. Im Gefolge daraus entstanden rege Handelsvertretungen innerhalb des Ostseeraumes und weit über denn nordwesteuropäischen Bereich bis in das Mittelmeer hinein. Beide Kräfte, das hansische Bürgertum und der inzwischen entstandene Staat des Deutschen Ritterordens in Preussen, haben damals über 200 Jahre Entscheidendes in historischer Sicht geleistet. Ansehen, Reichtum und Macht errang die Niederlassung des Deutschen Ritterordens auch in Bremen. Die Ordensbrüder, die auf ihren weissen Mänteln ein schwarzes Kreuz trugen, übten eine segensreiche Tätigkeit aus. Sie erwarben in der Stadt und im Umland bedeutenden Besitz und konnten ihr Spital, die Kirche und ihre Ordensgebäude ausbauen. So errichteten sie Mitte des 14. Jahrhunderts über der Heiliggeist Kirche die St. Elisabeth Kirche und liessen ein neues Ordenswohnhaus entstehen.
Die Elisabeth Kirche ist allerdings nicht in dem Ausmass vollendet worden, wie sie geplant war. Die Heiliggeist Kirche wurde zur Unterkirche.
Die Gebäude an der Osterstrasse wurden als „Comturei“ bezeichnet. An der Spitze der Ordensniederlassung stand der „Comtur“. Die Ordensbrüder, Angehörige des geistlichen Standes, durften keinen persönlichen Besitz haben. Sie führten ein nach strengen Ordensregeln ausgerichtetes mönchisches Leben.
Nach Jahren der Blüte und Erfüllung der Ordensaufgaben, setzte im 15. Jahrhundert ein Verfall ein. Comture und Ordensbrüder vernachlässigten immer mehr ihr Gebot der Nächstenliebe. Sie sannen mehr auf persönliche Bereicherung und führten ein ausschweifendes Leben. Es kam immer häufiger zu Auseinandersetzungen mit Bremer Bürgern, oft ausgelöst durch Gewalttaten der Ritterbrüder. Misswirtschaft setzte ein, Besitz wurde verpfändet und zeitweise kam die ganze „Deutschherrencommende“ unter Kuratel des Rates und des Domkapitels. Während der Reformation in Bremen wurde die Kirche verwüstet und geplündert. 1546 kaufte die Stadt die Comturei für 2000 Goldgulden. Als dann 1583 der letzte Comtur Johann von Dumstorff starb, wurde die Kirche geschlossen.
In den verbliebenen Gebäuden richtete man den städtischen Pferdestall ein. 1600 wurde zusätzlich darin die Bremer Münze untergebracht und der Komplex in „MÜNZHOF“ umbenannt. Bald nach 1800 verkaufte die Stadt den gesamten Gebäudebestand an verschiedene Bürger, die an der Ostertorstrasse neue Häuser errichteten. Die Elisabeth Kirche wurde zum Packhaus umgebaut. Vom Ordenshaus war nur das Untergeschoss erhalten, über dem 1840 ein Neubau entstand. Nach dem letzten Krieg blieb allein die Unterkirche übrig. Deren Gewölbe waren 1940 mit Klinkermauern abgestützt und der Raum als Luftschutzkeller benutzt worden. Heute steht die Unterkirche unter Denkmalschutz und ist beim Bau des neuen Gerichtsgebäudes so weit als möglich wiederhergestellt worden.
Die Münze
Ein eigentliches Münzgebäude scheint in Bremen in älterer Zeit nicht bestanden zu haben. Der Rath Schulte berichtete 1610 dem Erzbischofe Johann Friedrich in dem schon erwähnten Gutachten, der Erzbischof könne die Münze in Bremen in der eigenen Behausung oder deren Garten, oder in der alten Kirche und dem „Schopensteel“ dabei welche dem Erzbischofe allein zuständig seien, anlegen, um so mehr, da die Stadt Bremen mit keiner eigenen Münzstelle versehen sei, sondern ihre Münzen noch jetzt, wie seither, in des Münzmeisters Behausung schlagen lasse.
1564 erwarb Bremen für 2000 Goldgulden alle Rechte an der ehemaligen Comturei, dem an der Ostertorstraße gelegenen früheren Besitztume des deutschen Ordens. Nachdem ein Umbau mit dem Gebäude vorgenommen war, sind die Kellerräume für die Münze, oben Wohnungen für den Münzmeister und seine Gesellen hergerichtet. Zuerst scheint hier 1613 der Münzmeister Ritzema gewirkt zu haben.
Seit 1674 ist ein Teil des Hauses anderweitig vermietet, von 1684 ab lange Jahre an die Prediger der französischen Gemeinde. 1806 wurde der Verkauf des Comturei Hauses nebst Kapelle beschlossen.
Die Gebäude waren nur von der Ostertorstraße aus zugänglich. Die heutige Comturstraße ist erst 1807/1808 durch den Hof und Garten der Münze angelegt. Nach dieser Zeit hat die Stadt kein eigenes Münzlokal mehr besessen.
Quellenangabe
Die Bremischen Münzen : Münzen und Medaillen des Erzbisthums und der Stadt Bremen mit geschichtlicher Einleitung / bearb. von Hermann Jungk. Bremen : Müller, 1875. Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:46:1-269 / Public Domain Mark 1.0
